Berlin:
In der Bundeshauptstadt wird ein Schwerpunkt auf dem Thema Sozialabbau liegen: Zunehmende strukturelle Defizite werden (behördlich, sprachlich, im Bewusstsein) zu Defiziten von Individuen etikettiert; die Folge sind Stigmatisierung und Ausgrenzung. Demgegenüber hat sich eine bunte, auf Selbstbestimmtheit basierende Projektlandschaft, eine alternative (Kiez-)Kultur und ein wachsendes Engagement gegen Isolation von Minderheiten entwickelt. Zeitplan der Karawane in Berlin - Do, 09.07.09 - 11:00 Pressegespräch im Stadtmuseum Lichtenberg, Türrschmidtstrasse 24, 10317 Bln.
Samstag 11. Juli 15.00 Uhr Eröffnung des Karawanenlagers Christina Emmrich (Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg) und Dr. Franz Schulz (Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg); Dr. Ilja Seifert, MdB, Behindertenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE
anschließend Kulturprogramm: Kinderzirkus Amatista Band, dem Chor und den Trommlern von Pinel
20.00 Uhr Konzert und Fete in der "Alten Feuerwache Friedrichshain“ Marchlewskistr. 6 10243 Berlin
Sonntag 12. Juli 16.00 - 20.00 Uhr Orientalisches Fest "mondo integrale" „Jazz up“ Kinder tanzen hipphopp
Karawanenlager
Montag 13. Juli 18.00 Uhr Podiumsdiskussion „Krise als Chance?“ mit Walter Momper (Abgeordnetenhaus Berlin), Reinald Purmann (Paritäter Berlin), Hans Narva (Musiker), Reinhard Wojke (BOP e.V.), Ruth Luschnat (Frauenforum), Theiß Urban (Sozialpsychiater), Gabi Gerwins (Rat der behinderten Menschen in der Lebenshilfe Berlin) Karawanenlager
17.30 Uhr Theatergruppe RG 28 „Wo geht es hier zum Glück?“
20.00 Uhr Konzert mit der Band „Hands up - Excitenent“
Karawanenlager
Dienstag 14. Juli 13.00 – 16.30 Uhr Demonstration mit dem Blauen Kamel Treffen am Brandenburger Tor und Zug zum Reichstag Brandenburger Tor
Mittwoch 15. Juli 14.00 – 16.00 Uhr Markt der Möglichkeiten „Zum Glück geht es anders“ – Projekte stellen sich vor Tuchollaplatz 10317 Berlin
Donnerstag 16. Juli
17.00 – 19.00 Uhr Karawanenfete in der Kiezspinne Theater Art of Acting „ Akt 3. Szene“ von Goldoni
Schulze-Boysen-Str. 38, 10365 Berlin
Freitag 17. Juli 16.00 Uhr „NS-Aktion T4 – Lebensgeschichten“ in Kooperation mit der Charité; im Anschluss Podiumsdiskussion “mit Katrin Lompscher (Gesundheitssenatorin – angefragt), Dorothea Buck, Dr. Kathrin Grüber (Institut Mensch, Ethik, Wissenschaft), Reinhard Wojke (BOP e.V.), Theiß Urban (Sozialpsychiater) Moderation: Alfred Eichhorn (Inforadio) Museum Lichtenberg Türrschmidtstr. 24 10317 Berlin
Samstag 18. Juli 15.00 – 18.00 Uhr „Himmel und mehr – Dorothea Buck auf der Spur“ Film und anschließende Diskussion mit Dorothea Buck und der Filmemacherin Alexandra Pohlmeier Eintritt: 2 EUR Martin-Gropius-Bau Niederkirchner Str. 7 10963 Berlin
Sonntag 19. Juli 14.00 Uhr Ausflug auf der Spree mit Paddelbooten und dem Kamel Rummelsburger Bucht bis Oberbaumbrücke
17.00 bis 20.00 Uhr Abschlussfest der Blauen Karawane in Berlin Karawanenlager
Montag 20. Juli 19.00 Uhr Ausstellungseröffnung „Visionen vom Glück“ mit den Preisträgern des Wettbewerbs Galerie Art Cru Oranienburger Str. 27 10177 Berlin
Dienstag 21. Juli Abreise der Blauen Karawane
Brandenburg: vom 22.07. bis zum 27.07.2009Die Erinnerung an die Ermordung von 9.000 behinderten und psychisch kranken Menschen in Brandenburg durch die T4-Aktion während der Naziherrschaft wird einen Tag lang, an dem Die Blaue Karawane auf den „Grauen Bus“ trifft, den Karawanenaufenthalt bestimmen. Außerdem wird die Lage der gegenwärtigen Psychiatrie, der gesellschaftliche Umgang mit psychisch kranken und behinderten Menschen sowie deren Hilfen und Chancen inner- und außerhalb der Großklinik Thema von Veranstaltungen „draußen“ und „drinnen“ sein. Weitere Informationen Ablaufplan des Aufenthaltes der Blauen Karawane in Brandenburg an der Havel Abkürzungen: BK: Blaue Karawane BTZ: Berufliches Trainingszentrum Brandenburg Fliedners: Wohn- und Werkstätten „Theodor Fliedner“ Brandenburg
LH: Lebenshilfe Brandenburg/Havelland-Fläming e.V GPB: Gemeindenahe Psychiatrie Brandenburg Asklepios: Asklepios – Fachklinikum Brandenburg PSAG Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Datum Dienstag 21.07.08Ankunft am Abend Anlegen am Salzhofufer
Mittwoch 22.07.0915:00 Uhr Pressekonferenz am Salzhofufer 16:30 Uhr: Grillfest im Slawendorf für Blaue Karawane, Gäste der örtlichen Unterstützer sowie „zufällige“ Gäste von außerhalb Ende gegen 22:00 Uhr Donnerstag 23.07.09
Thementag „T 4“ 13:00 bis 13:45 Uhr Die Karawane besucht das Mahnmal „Grauer Bus“ auf dem Nicolaiplatz 14:30 bis 16:00 Uhr: Vorträge zum Thema T 4 / Euthanasie im Altstädtischen Rathaus -Rolandsaal – Referenten: Historiker Fr. Dr. Falk und Herr Hause
Freitag 24.07.09Thementag Psychiatrie 9:00 Uhr Die Blaue Karawane zieht durch`s Haupttor in das Fachklinikum zum Klubhaus, Anton-Saefkow-Allee 2 9:30 - 10:30 Forum zum Thematik „Zur Entwicklung der psychiatrischen Versorgung in unserer Stadt seit 1989“ 10:30 Die Blaue Karawane zieht durch`s Südtor Richtung Quenzsee zum Einschiffen weiter. 12:30 bis 14:30 Uhr: Zug vom Quenzsee in die Stadt auf dem Wasser, Ankunft am Mühlendamm gegen 14:30 Uhr 14:30 bis 15:30 Uhr Herausnehmen des Kameles aus dem Wasser, Zug auf der Straße vom Mühlendamm zum Neustädter Markt 15:30 Uhr: Begrüßung des Zuges durch die Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann am Neustädtischen Markt Aktionen: Sportgruppe und Tänze durch GPB danach Zug zum Salzhofufer, Einschiffen des Kamels
Samstag 25.07.Thementag Begegnungen, Aktionen auf der Havel 15:00 bis 18:00 Uhr - Infostände zur sozial-psychiatrischen Versorgung in der Stadt Brandenburg an der Havel von BTZ, Fliedner, GPB, LH, Asklepios - für das leibliche Wohl ist gesorgt 17:00 - 22:00 Uhr: Kulturprogramm 17:00 Uhr: Tanzgruppe „Grüne Welle“ der Lebenshilfe 17:15 Uhr: Theaterschule „Art of Acting“ 18:00 - 19:00 Uhr: Minishow 19:00 bis 20:00 Uhr: „Theatre du pain“ 20:30 bis 21:30 Uhr: Konzert „Hands up exitement
Sonntag 26.07.0914:00 Uhr Stadtführung für die BK durch Frau Gobi
Montag 27.07.09Verabschiedung des blauen Kamels in Richtung Bremen
Wolfsburg: vom 28.07. bis zum 5.08.2009
In der VW - Stadt wird u.a. der Zusammenhang von sich verschärfenden Arbeitsbedingungen und deren Folgen für die psychische Gesundheit behandelt werden. Wie sieht die Zukunft derer aus, die bereits abgehängt sind von der Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand und wie ist die Situation für Migranten? Es wird aber auch um das wachsende bürgerschaftliche Engagement von Initiativen gehen, die vom sozialen Rand der wohlhabenden Stadt herkommend eine stärker werdende soziokulturelle Eigenständigkeit mit zunehmendem Selbstbewusstsein entwickeln. Bremen: vom 6.08. bis zum 9.08.2009
Eine moderne Psychiatrie mit stadtteilnahen Behandlungszentren hat die alten, überkommenen Versorgungsstruktu ren zwar abgelöst und Krankenhausbetten teilweise abgebaut. Allerdings wurden gleichzeitig viele neue und besonders für alte Menschen – auch große Heime aufgebaut. In beiden, den Behandlungszentren und den Heimen, hat sich eine verfestigte Parallelwelt neben dem Leben im Stadtteiletabliert.
Demgegenüber wächst aber auch die Anzahl neuer Lebens Wohn- und Arbeitsprojekte mit einem stärkerem Selbstbestimmungsansatz und dem Anliegen, drohender Ausgrenzung entgegenzuwirken. In Bremen wird Die Blaue Karawane im Europahafen anlanden und in der neu entstehenden Überseesteadt genau dort ihre Zelte aufschlagen, wo sie in Zukunft ein solches nachbarschaftliches Wohn-, Arbeits- und Lebensprojekt für Menschen mit und ohne Hilfebedarf aufbauen will.
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